Psychotherapie oder Coaching?
Warum komme ich nicht weiter? Was will ich eigentlich? Und wie erreiche ich es? Solche Fragen stellen sich viele im Laufe des Lebens. Beisst man sich daran fest, sind Impulse von Außenstehenden oft hilfreich. Aber genügt das Gespräch mit einem Coach, um wieder in die Spur zu kommen? Oder ist das Problem so dramatisch, dass eine Therapie nötig ist? Eine Entscheidung, die Betroffene zunächst ohne Hilfe treffen müssen – und die schwerfallen kann.
Gespräche mit einem Coach sollen dann dazu führen, dass der Betroffene wieder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten findet und die eigenen Bedürfnisse wieder erkennt.
Und ein Coach kann in vielen Bereichen unterstützen: von der Selbstfindung über grundsätzliche Fragen zur Lebensplanung, Probleme in Partnerschaft und Familie bis hin zur Trauerbegleitung. Und natürlich im Job.
Coaching – eine Psychotherapie light?
Je nach Problemlage nutzen Coaches auch psychologische Hintergrundmodelle. Ist Coaching also eine Psychotherapie light? Nein, die Grenzen sind klar geregelt: Während sich gesunde Menschen durch Coaching unterstützen lassen können, richtet sich Psychotherapie an Menschen, die sich durch ihr Problem im Alltag eingeschränkt fühlen und eine Diagnose hinter dem Problem steht.
Thomas Fydrich, Professor für Psychotherapie an der Humboldt-Universität Berlin, erklärt den Unterschied an einem Beispiel: Viele Menschen haben Angst vor Prüfungen. Zu schauen, woher die Angst kommt und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wiederzufinden – das wäre ein Ziel für den Coach. Werde diese Angst aber so schlimm, dass das Hinausschieben von Prüfungen mit der eigenen Lebensplanung in Konflikt gerät, man etwa das Studium von Semester zu Semester verschleppt, dann werde die Prüfungsangst pathologisch – und könne in einer Therapie behandelt werden.
+Trotzdem kratzt ein Coaching nicht bloss an der Oberfläche. Weil man auf einen Therapieplatz lange warten muss und psychische Erkrankungen noch immer stigmatisiert werden, kostet der Anruf bei einem Coach oft erst mal weniger Überwindung. Und auch dort kann es anstrengend werden. Sich selbst schwierige Fragen zu stellen – „das ist ein herausfordernder, manchmal unangenehmer Prozess“, sagt Nina Meier, Coach und Rechtsanwältin in Kaltenkirchen bei Hamburg. Idealerweise kommt der Betroffene dadurch selbst auf eine Lösung für sein Problem.
Beispiele für Situationen, in denen ein Life Coach helfen kann:
Ich bin ein hochfunktionaler Mensch, der sich in einem bestimmten Bereich seines Lebens zurückgehalten oder festgefahren fühlt.
Ich habe in der Therapie an mir gearbeitet und bin mir bewusst, wie verschiedene Ereignisse in meinem Leben mein Handeln beeinflusst haben.
Ich bin bereit, mein Leben auf die nächste Stufe zu heben, meinen Lebenszweck herauszufinden, eine neue Karriere, eine neue Beziehung.
Ich bin bereit und in der Lage, Maßnahmen zu ergreifen, und möchte die Verantwortung und Unterstützung, die mich weiterbringt.
Wichtig zu wissen:
Psychotherapie wird von den Krankenkassen anerkannt, aber nur mit einer Diagnose (Angststörungen, Depression,…).
Wenn du dir nicht sicher bist, welche Art von Hilfe du brauchst, schreibe mir hier
Herzlich
Salome
Quelle: welt.de